Kommunion
- At April 11, 2013
- von Claudia Gans
- In Brauchtum
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Kommunion – die Kinder werden an den Tisch des Herrn gebeten
Im Frühjahr eines jeden Jahres sieht man sie stolz in die Kirche einziehen, die Kommunionkinder.
Im katholischen Glauben ist die Kommunion eines der wichtigsten Sakramente im Leben eines Christen.
Der weiße Sonntag ist ein beliebtes Datum oder die folgenden Sonntage bis in den Mai hinein.
Mit ca. neun Jahren im dritten. Schuljahr werden die Kinder an den Tisch des Herrn gebeten. Damit werden sie ein vollwertiges Mitglied der katholischen Glaubensgemeinschaft. Um die heilige Kommunion zu empfangen ist Voraussetzung, getauft zu sein. Im Leben eines Christen ist die Kommunion eines der sieben Sakramente. Ab diesem Zeitpunkt dürfen die Kinder beim Gottesdienst das Abendmahl empfangen.
Früher wurde der Kommunionunterricht üblicherweise von den ortsansässigen Pfarrern in der Schule abgehalten. Diese Aufgabe haben heute eigens dafür ausgewählte Kommunionmütter übernommen. Sie werden aber nicht einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern erhalten Anleitung in Form eines Kommunionheftes, das sie gemeinsam mit den Kindern durcharbeiten.
Wichtiges Thema ist natürlich auch die Kleidung für den Festtag. Die Mädchen gehen zumeist in weißen Kleidern, lang oder kurz, das ist Geschmackssache. Die Buben tragen einen Anzug. In bayerischen Gemeinden wie Krün oder Wallgau tragen die Buben überwiegend einen Trachtenanzug mit dem seidenen Tuch als Krawatte. Die Mädchen bleiben auch hier beim weißen Kleid, es sei denn, ein Mädchen hat eine Rosenkranztracht. Das ist ein wunderschönes Dirndl aus Brokat und Seite, das Haar wird hochgesteckt mit einem Krönchen geschmückt. Diese Tracht dürfen nur junge Frauen bis zur Hochzeit tragen.
Mit dabei ist natürlich die Kommunionkerze, meistenteils selbst verziert mit christlichen Motiven wie Taube, Kelch oder Kreuz.
Beliebte Geschenke sind zu diesem Anlass auch Kettchen mit Kreuzen. Auch wenn das im 21. Jahrhundert etwas aus der Mode geraten scheint.
Der Festtag wird im Kreise der Familie begangen und gleich am Abend wird zum Dank noch mal eine kurzer Gottesdienst in der Kirche abgehalten. Ein gemeinsamer Ausflug aller Kommunionkinder in den folgenden Wochen ist das Ende der Feierlichkeiten.
D’Foßnacht in Mittenwald
- At Februar 01, 2013
- von Claudia Gans
- In Brauchtum, Winter
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Die Foßnacht hat in Mittenwald eine ganz besondere Bedeutung.
Die Foßnacht oder Fosnacht ist in Mittenwald eigentlich kein Fasching und schon gar nicht Karneval.
Die Tage von Hl. Drei König bis Aschermittwoch gelten den traditionellen Mittenwaldern als „heilig“ und werden mit Leib und Seele gelebt.
Anders als in den umliegenden Orten, standen in Mittenwald die Foßnachtsbräuche nie in Frage. Vielerorts sind die Foßnachtstraditionen verschwunden oder werden mühevoll wieder belebt. In Mittenwald ist das Gegenteil der Fall. Es gibt so viele Narrische, dass man in manchen Jahren abwinken muss, was beispielsweise eine Teilnahme am traditionellen Umzug am Unsinnigen Donnerstag betrifft.
Hier gibt es verschiedene Gruppierungen wie die Schellenrührer, Jacklschutzer, Untersberger Mandel, Bärentreiber um nur einige zu nennen.
Alle Darsteller haben eigens angefertigte Kostüme, die in mühevoller Kleinarbeit von Müttern, Omas, Ehefrauen über’s Jahr gefertigt werden. Eines davon ist das bekannte Flecklegwand, ein von Kopf bis Fuß durchgehender Anzug mit bunten Flicken bestückt.
Um nicht erkannt zu werden tragen die Maschkera Larven, das sind individuell aus Holz geschnitzte Masken. Es gibt lustige und böse Gesichter und nicht selten gibt es Ähnlichkeiten mit lebenden Personen .
Ursprünglich schnitzen in Mittenwald in der Hauptsache die Geigenmacher die Larven. Mittenwalder Larven zeichnen sich durch ihre einfache Form und sparsame Bemalung aus.
“Maschkera-gehen” an den sogenannten Gunglabenden dürfen übrigens nur Männer. Diese sind mit Larve, Kopftuch, Handschuhen komplett unkenntlich und verstellen selbst beim Sprechen die Stimme, um nicht erkannt zu werden. In einigen bestimmten Wirtshäusern holen die Maschkera wartenden Madeln zum Tanz. Mit dabei ist natürlich auch eine Maschkera Musik, die sich vielfach aus Ziachargl, Gitarre, Stampfer, Triangel, Waschbrett zusammensetzt.
Maschkeratage sind Montag, Dienstag und Donnerstag , niemals halbheilige Tage wie Mittwoch, Freitag und Samstag.
Ausschlusstage der Agathentag am 5. Februar, da es an diesem Tag 1830 einen großen Brand im Untermarkt gab.
Ebenso Mariä Lichtmeß und der darauf folgende Blasiustag als kirchliche Feiertage.
Und das weiß in Mittenwald jeder Maschkera – oder Gästeführer.
- Foßnacht in Mittenwald
Der Tag wird wieder spürbar länger – Mariä Lichtmess
- At Januar 01, 2013
- von welcome
- In Brauchtum, Winter
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Mariä Lichtmess am 2. Februar
Der Tag ist eine Stunde länger als an Wintersonnwend
In Bayern sagt man:
Z’Weihnacht um an Mucknschritt,
z’Neujahr um an Hahnatritt,
Drei Kini um an Hirschnsprung,
Lichtmess um a ganze Stund!
An Lichtmess endet die Weihnachtszeit endgültig. Trotz Liturgiereform in den 60ger Jahren ist es in katholischen Familien üblich, die Krippe und den Christbaum bis zu diesem Tag stehen zu lassen.
Mariä Lichtmess errechnet sich vom 25. Dezember + 40 Tage. Das kommt daher, dass eine Frau früher 40 Tage nach der Geburt eines Knaben als unrein galt.
Das Fest entstand als Nebenfest von Christi Geburt und wurde im 5. Jahrhundert mit einer Lichterprozession angereichert. Das Licht als Symbol für Christus, der die Finsternis überwunden hat.
An diesem Tag wurde alle Kerzen für den täglichen Gebrauch geweiht. Kerzen waren wichtig für die Menschen und begleiteten sie überall.
Es war üblich, seiner Liebsten als Zeichen der Zuneigung einen geweihten Wachstock zu schenken. Kerzenwachs war teuer und bedeutete ein besonderes Geschenk. Auch die Bäuerin schenkte ihn der Dienstmagd oder der Firmpate seinem Firmling.
Bis heute gehen an diesem Tag die Menschen mit Kerzen Christus entgegen.
Die Bayern sind bekannt für viele Feiertage – bis 1912 war Mariä Lichtmess in Bayern gesetzlicher Feiertag.
Für die Bauern begann das neue Arbeitsjahr, zunächst mit dem Herrichten von Arbeitsgerät.
Darüber hinaus gilt Lichtmess auch als sogenannter Lostag. Er gibt den Bauern wichtige Wetterhinweise das kommende Jahr betreffend.
Für die Dienstboten endete das Arbeitsverhältnis. Die Mägde und Knechte wechselten die Arbeitsstelle und somit meistens auch die Liebschaften, da es den Dienstboten lange Zeit verboten war zu heiraten.
Sie erhielten ihren Lohn oder häufig auch neue Schuhe für ihre neue Arbeitsstelle oder den Weg dorthin. Ein altes Sprichwort sagt: „Neue Schuhe, neue Liebschaft.“
Ein jeder hatte sein Dienstbotenbücherl, wohinein das Zeugnis geschrieben wurde.
Das neue Arbeitsjahr begann bereits am Agathentag, den 05. Februar. Das war sozusagen der Jahresurlaub für das Gesinde. Die Tage zwischen Mariä Lichtmess und Agathentag bezeichnete man als „Schlenkeltage“, d.h. man vertrieb sich die Zeit im Müßiggang oder im Wirtshaus, was zugleich eine Art Börse für neue Arbeitgeber war.
Blieb jemand beim gleichen Bauern, so wurde das neue/alte Arbeitsverhältnis per Handschlag besiegelt.
Auch heute gilt in Bayern ein Handschlag unter Ehrenleuten noch als bindend.
Warum fällt Ostern immer auf ein anderes Datum?
- At April 01, 2012
- von Claudia Gans
- In Allgemein, Brauchtum
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Warum fällt Ostern immer auf ein anderes Datum und nicht jedes Jahr auf den gleichen Sonntag? Der Grund liegt in den vier Evangelien, die den genauen Todestag Christi geringfügig anders angeben. Das jüdische Passahfest wurde schließlich als Bezugspunkt angenommen. Im jüdischen Kalender fällt das Fest in den Monat des Frühlingsvollmondes. Deshalb wird das Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling festgelegt. Ostern fällt somit in die Zeit zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Das Hauptgeschehen um Ostern beginnt mit dem Gründonnerstag, im alten Sprachgebrauch auch „Pfinzda“ genannt. An diesem Tag fliegen die Glocken nach Rom, so sagt man, um dort geweiht zu werden. Alle Kirchturmglocken, Orgeln und Altarglöckchen schweigen bis Ostersonntag. Das Läuten wird von Osterratschen übernommen, Holzgebilden, die sich lärmend an Holzstecken um sich selbst drehen.
Am darauf folgenden Karfreitag werden keine Messen gehalten, lediglich Wortgottesdienste finden statt. Er ist von jeher der strengste und höchste Fastentag des Jahres. Das Wort „kara“ bezeichnet die Wehklage und kommt aus dem Althochdeutschen. Mit dem Karsamstag oder Ostersamstag endet die vierzigtägige Fastenzeit und man beginnt den darauffolgenden Ostersonntag in der Dämmerung des Morgens mit dem Osterfeuer zur Feier der Osterliturgie. Als Symbol der Auferstehung wir die Osterkerze entzündet und viele nehmen dieses Feuer mit nach Hause um dort ihr am Karfreitag erloschenes Feuer wieder neu zu entzünden.
Doch was wäre Ostern ohne Eier? Eier wurden als flüssiges Fleisch angesehen und waren in der Fastenzeit strengstens verboten. Da sich während der Fastenzeit so einiges angesammelt hatte genoss man an Ostern eine Vielfalt an Eiergerichten.
Das Ei gilt als uraltes Fruchtbarkeitssymbol und hat sich als Sinnbild der christlichen Auferstehung einen Platz verschafft. Die Eierweihe kennt man seit dem 12. Jahrhundert. Geweihte Eier wurden zu gebundenen Erntegaben gelegt und in den Feldern vergraben um das Wachstum anzukurbeln. Der Hase ist ein weiteres Sinnbild für Fruchtbarkeit und Vermehrung und wird seit dem 16. Jahrhundert mit Ostern und dem Frühling in Verbindung gebracht .
Damit der Spaß an Ostern nicht zu kurz kommt wird ein alter Brauch von den Kindern hochgehalten. Das Schussern oder Oarbecken (Eierstoßen). Derjenige, welcher die meisten unversehrten Oar hat ist der Gewinner und darf die beschädigten Eier der anderen behalten.
Genaugenommen wird Ostern 50 Tage lang gefeiert. Von der Osternacht bis Pfingsten – die nicht endend wollende Freude der Auferstehung Jesu. Pfingsten – das drittwichtigsten Fest nach Weihnachten und Ostern ist das Fest des heiligen Geistes – aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Georg – Drachentöter und Nothelfer
- At März 27, 2012
- von Claudia Gans
- In Allgemein, Brauchtum, Partenkirchen
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Wer kennt es nicht, das Bild vom Hl. St. Georg hoch zu Ross mit Fahne, Lanze und Schild.
Der Heilige St. Georg Drachentöter und Nothelfer
Der Legende nach soll er einen Drachen getötet und somit eine Königstochter in Libyen vor dem sicheren Tod bewahrt haben. Daür verlangte er von den Bewohnern der Stadt, dass sie an Jesus Christus glauben sollten und taufte Tausende von Ihnen. Ursprünglich war Georg ein türkischer Adeliger, der für sein Bekenntnis zum Christentum später einen grausamen Tod erdulden musste.
In Altbayern zählt der Hl. Georg zu den 14 Nothelfern und ist Schutzpatron der Krieger, Reiter und Rösser. Er ist zudem einer der verehrtesten Heiligen im Christentum. Der Georgitag am 23. April ist ein wichtiger Lostag.
Lostage (auch: Lurtage) sind feststehende Tage im Kalender, die nach altem Volksglauben Vorhersagen über die Wetterverhältnisse der folgenden Wochen und Monate ermöglichen. Die Bauern lassen auch heute noch die Lostage nicht ausser Acht, wenn es um Aussaat, Ernte und Ähnliches geht.
Für die städtischen Dienstboten war er von Bedeutung, da diese ihre Stellung am Georgitag weitaus häufiger wechselten als an Lichtmess, 02. Februar.
Hier im Werdenfelser Land gibt es an Georgi zwei ganz wichtige Feste. In Mittenwald begeht man den Georgiritt hinauf zur Lauterseekapelle Maria Königin mit anschließender Pferdeweihe, in Partenkirchen hält man an dem Sonntag der Georgi folgt, den Georgimarkt ab.
Nicht zuletzt hat der Hl. St. Georg auch in der Kunst seinen Platz gefunden. Als Franz Marc und Wassily Kandinsky die Künstlervereinigung der „Blaue Reiter“ gründeten stand der Hl. St. Georg Pate für das Umschlagbild des Almanachs.
Wassily Kandinsky, als Russe stark an der Ostkirche orientiert, zeichnete etliche Entwürfe, die den Hl. St. Georg erkennen lassen. Franz Marc, begeistert von Pferden schloss sich dieser Idee an. Beide liebten die Farbe blau; und so ziert noch heute ein Reiter hoch zu Ross in den Farben blau und schwarz den weltbekannten Almanach des Blauen Reiters.





















